Hitzewelle im Haus: Welche Räume nachts wirklich abkühlen
Sommerliche Hitzewellen machen nicht nur tagsüber zu schaffen, sondern rauben vielen Menschen auch den Schlaf. Wer in einer Dachwohnung oder einem Altbau ohne Klimaanlage lebt, kennt das Problem: Die Wände speichern die Wärme des Tages und geben sie in den Abendstunden wieder ab. Entscheidend ist deshalb, welche Räume überhaupt in der Lage sind, nachts spürbar abzukühlen, und welche diese Fähigkeit schlicht nicht besitzen.
Grundsätzlich gilt: Räume mit Außenwänden und Fenstern nach Norden oder Osten kühlen deutlich schneller aus als solche mit Süd- oder Westausrichtung. Ein Schlafzimmer im Erdgeschoss oder Souterrain profitiert zusätzlich von der kühleren Erdreich-Temperatur, die über Boden und Wände abgestrahlt wird. Wer sein Schlafzimmer im Sommer kühl halten möchte, sollte außerdem auf eine konsequente Verdunkelung am Tag achten. Rollläden, Außenjalousien oder reflektierende Folien verhindern, dass sich der Raum überhaupt erst aufheizt. Innenliegende Vorhänge oder gar keine Verschattung führen dagegen dazu, dass sich Möbel, Teppiche und Wände wie ein Wärmespeicher verhalten.
Problematisch sind vor allem Räume unter dem Dach, Innenräume ohne Fenster sowie Zimmer, die an eine stark aufgeheizte Küche oder ein Treppenhaus grenzen. Dort zirkuliert die Luft kaum, und die Temperatur sinkt selbst in den frühen Morgenstunden selten unter 26 Grad. Ein weiterer Faktor ist die Decken- und Wanddämmung: Eine gut gedämmte Außenwand hält die Hitze tagsüber draußen, gibt sie aber nachts langsamer ab, während eine ungedämmte Wand schneller auskühlt. Wer in einem solchen Raum schläft, sollte auf Durchzug achten, sobald die Außentemperatur unter die Innentemperatur fällt, also meist zwischen zwei und fünf Uhr morgens.
Für alle anderen Räume gilt: Lüften allein reicht nicht, wenn die Luftfeuchtigkeit hoch bleibt. Ein Ventilator sorgt für Verdunstungskälte auf der Haut, senkt aber nicht die Raumtemperatur. Wer tagsüber die Fenster geschlossen und verschattet hält und nachts gezielt querlüftet, kann in vielen Wohnungen zumindest im Schlafzimmer eine Erholung erreichen. Innenliegende Bäder und Flure ohne Fenster bleiben dagegen dauerhaft warm und eignen sich nicht als Ausweichquartier. Eine realistische Einschätzung der eigenen Wohnsituation hilft mehr als der Griff zu teuren Klimageräten.